Retention



Der Tag, auf den sich wohl alle Patienten freuen ist der Tag, an dem die Behandlung abgeschlossen wird. Die einen bekommen die Brackets und Bänder entfernt und die Zähne anschließend poliert, die anderen werden niemals mehr eine Dehnschraube aktivieren müssen.

Umso größer ist meist die Enttäuschung, wenn ihnen nun gesagt wird, dass die aktive Behandlung zwar vorbei ist, sie aber trotz allem noch z.T. über mehrere Jahre kieferorthopädische Geräte tragen müssen. Diese Phase der Behandlung, in der keine Zähne mehr verschoben werden, heißt Retentionsphase. Retentio ist Lateinisch und bedeutet soviel wie "Aufhalten, Zurückhalten". In der Tat soll hier etwas aufgehalten werden: Jede kieferorthopädische Behandlung ist ein Eingriff in das System Mundraum; Zähne werden gedreht, verschoben, die Relation der Kiefer wird zueinander verändert - Das System wird aus dem Gleichgewicht gebracht.
Stehen die Zähne am Ende der Behandlung harmonisch im Zahnbogen und passen die Kiefer perfekt aufeinander so ist es dennoch notwendig, das erreichte Ergebnis zu stabilisieren - also einen Rückfall aufzuhalten. Ansonsten wäre es möglich, dass das veränderte System versucht, wieder in seine Ausgangsstellung zu gehen. Die Folge: Nach ein paar Jahren stünden die Zähne wieder schief, zur Korrektur wäre eine erneute Behandlung notwendig.

Das Ziel der Retention ist, das Behandlungsergebnis so lange zu stabilisieren, bis der Organismus diese neue Zahnstellung als "normal" empfindet. Dies ist Voraussetzung für eine dauerhaft erfolgreiche Behandlung.